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Die Herrlichkeit des Namen Gottes Worte für die Seele Wo stehen die Bösen Eine komische Begebenheit Sein oder Nicht-Sein - eine Gottesfrage Teil 1: Gegenüberstellung von Bhakti und Advaita Teil 2: Integration von Advaita und Bhakti |
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Die Herrlichkeit der Namen Gottes Alles was wir tun ist so gut (so spirituell) wie unsere Bewussteinsausrichtung in diesem Moment. Aber die Namen Gottes sind immer heilig, rein und transzendental. Daher ist das Chanten der Namen Gottes das beste und spirituellste was wir für uns und andere tun können. Wenn ein Heiliger die Namen Gottes betet, ist das natürlich noch viel wirksamer. Sir Chaitanya: Ceto darpana marjanam... "Chante unaufhörlich den Namen des Herrn und seine Herrlichkeit, auf dass der Spiegel des Herzens gereinigt werde und ausgelöscht das mächtige Waldfeuer des Begehrens. Oh Name, ströme im Mondlicht herab ins Lotusherz, öffne dessen Kelch der Erkenntnis Deiner. O Selbst, tauche tief ein in die Wogen Seiner Seligkeit, chante Seinen Namen beständig, schmecke Seinen Nektar auf Schritt und Tritt und nimm das erfrischende Bad in Seinem Namen." Jesus Worte vor der Kreuzigung: "Ich habe ihnen Deinen Namen kundgetan und werde ihn ferner offenbaren, damit die Liebe mit der Du mich geliebt hast in ihnen sei und ich in ihnen." Es gibt verschiedene Arten von schlechtem Karma frei zu werden. Eine davon ist, freiwillig Entsagung auf sich zu nehmen mit dem Ziel sich zu läutern und frei zu werden (tapasya). Darum leben manche Menschen im Zölibat, die eigentlich viel lieber etwas ganz anderes tun würden. Andere sitzen nackt im Schnee oder umkreisen einen heiligen Berg, sich immer wieder zu Boden werfend oder kasteien sich irgendwie anderes. Diese Menschen erscheinen uns Westlern oft sehr seltsam, aber es ist eigentlich sehr intelligent was sie da tun. (So wie wir viel Wissen über Technik entwickelt haben, haben andere Kulturen viel Wissen über diese Dinge). Es gibt auch die Möglichkeit, besonders bei bestimmten Planeten Konstellationen, in einem heiligen Gewässer zu baden. Eine andere Art ist, sich freiwillig, aber ohne ein höheres Ziel abzuquälen; für sportlichen Ehrgeiz, Ruhm, Geld etc.. Die verbreitetste Art jedoch ist es, durch Schmerze, Verluste etc. zu erleiden. Es gibt aber noch eine andere, die wirksamste Art: das Lobpreisen der Namen Gottes. (Damit einhergehend, das sich bewusst werden über eigene negative Tendenzen (samskaras) und diese bereuen und loslassen.) Dies wird so oft in heiligen Schriften auf der ganzen Welt empfohlen und überall praktiziert. (Jetzt sogar mehr und mehr auch in Berlin. Juchuh.) So heißt es z.B. bei den Christen: "Der Name Gottes ist groß und unbegrenzt; er trägt den ganzen Kosmos" (vom Hirten des Hermas aus "Hinführung zum Herzensgebet" S 34). Harer nama harer nama .... Pablo Alemany (Sein 11.07 Seite 31): "Es geht mir nicht um das Kurieren von Krankheiten. In der spirituellen Heilung geht es nicht darum Krankheiten zu bekämpfen, wo sie sich gerade zeigen, sondern negatives Karma aufzulösen, also das Übel an der Wurzel zu packen... Durch Kontakt mit dem Atman, mit der wahren Essenz unseres Selbst, mit der göttlichen Liebe kann das Karma aufgelöst werden... Der beste Weg dazu ist das Gebet und das beste Gebet sind die Namen Gottes." nach oben Aus "Worte für Die Seele" (Lew Tolstoi) Mit Sachen kann man ohne Liebe umgehen: Man kann ohne Liebe Bäume fällen, Ziegel brennen, Eisen schmieden. Mit den Menschen kann man nicht ohne Liebe umgehen, wie man mit den Bienen nicht ohne Vorsicht umgehen kann... Die gegenseitige Liebe zwischen den Menschen ist ein Grundgesetz des menschlichen Lebens. Es ist wahr, dass der Mensch sich nicht zur Liebe zwingen kann; daraus folgt aber noch nicht, dass man mit den Menschen ohne Liebe umgehen darf, besonders wenn man von ihnen irgendetwas verlangt. Wenn Du zu den Menschen keine Liebe hast, dann sitze still. Beschäftige Dich mit Dir selbst, mit den Sachen, womit Du willst, aber nicht mit den Menschen. Wie man ohne Schaden und mit Nutzen nur dann essen kann, wenn man hungrig ist, so kann man mit den Menschen auch nur dann ohne Schaden und mit nutzen umgehen, wenn man sie liebt. nach oben Wo stehen die Bösen - wo die Guten? Wie erkenne ich sie? Schon als Kind habe ich mich das oft gefragt. Sind die Indianer die Guten oder die Cowboys? Die Kinder die artig sind, oder diejenigen die lustig, mutig und frech sind? Wieso finden mich meine Eltern manchmal lieb und manchmal böse? Bin ich nicht immer der Gleiche? Was ist überhaupt das Böse in der Welt? Was ist die Ursache allen Leids, der Grausamkeit und aller von Menschen geschaffenen Probleme? Jeder hat glaube ich bewusst oder unbewusst Antworten für diese Fragen. Und diese Grundannahmen (Paradigmen) haben einen enormen Einfluss auf alle Aspekte unseres Lebens. Es ist daher sehr wichtig sich ihrer bewusst zu sein und sie von Zeit zu Zeit in Frage zu stellen und zu untersuchen. Das Buch "Das sogenannte Böse" von Konrad Lorenz gab mir viel zu denken und mit achtzehn las ich dann Krishnamurtis Buch "Leben". Er sagt, es gibt kein Gut und Böse. Alles ist Eins. Das fand ich toll und befreiend. Inzwischen denke ich, dass das nur scheinbar sehr spirituell, aber in Wirklichkeit nur die halbe Wahrheit ist. Die Realität wie ich sie erlebe ist schwarz und weiß und vor allem vieles dazwischen und sehr farbig. Dem künstlich die Sicht eines anderen überstülpen zu wollen (in der Bhagavad Gita beispielsweise, rät Krischna sehr davon ab dies zu tun) hieße, die mir im Moment (von Gott) gegebenen Lebensaufgaben zu negieren. So bin ich wieder zu der alten Frage zurückgekehrt (und frage mich manchmal, wo Krishnamurti für mich da steht). Es gibt Faschisten, Tyrannen, Massenmörder, skrupellose Geschäftsleute, Politiker ect.. Es gibt destruktive Musik, schwarze Pädagogik. Und es gibt heilsame, wohltuende Musik, Pädagogik etc.. Es gibt Alternative, Umweltschützer, Friedenskämpfer, Fromme, Esoteriker etc.. Leider lassen sich die Guten von den Bösen dadurch noch nicht sicher unterscheiden. Krischna unterscheidet zwischen Menschen mit göttlicher oder dämonischer Natur die unter dem Einfluss sehr unterschiedlicher Erscheinungsweisen stehen (Unwissenheit, Leidenschaft und Tugend). Und Er spricht von den Weisen, die alle mit gleicher Sicht sehen und die Menschen nicht in Freunde und Feinde, nützliche und nutzlose unterteilen. Das heißt aber nicht dass sie blind sind und keine Unterschiede sehen. Ich kenne persönlich keine Bösen oder Guten Menschen. Für mich hat sich als adäquater erwiesen zwischen Menschen die mehr oder weniger Teil der Lösungen oder Teil der Probleme sind. Menschen, die mehr oder weniger liebevoll, lichtvoll sind. Diejenigen, die stärker dazu neigen sich mit ihrem Körper, ihrem Beruf, ihren Fähigkeiten, ihrem Land und den im Gehirn erscheinenden Gedanken und Paradigmen (Glaubenssätzen) zu identifizieren, tendieren auf jeden Fall eher dazu Teil der Probleme zu sein. Diese nur scheinbar harmlose, wertfreie Unterscheidung scheint mir die Hauptursache für das sogenannte Böse, die Grausamkeit und alle von Menschen geschaffenen Probleme zu sein. Demut versus Minderwertigkeitskomplexe Und noch etwas ganz interessantes, paradox erscheinendes, das sehr oft verwechselt wird, aber diametral entgegengesetzt ist: Demut und Minderwertigkeitskomplexe (so wie Perfektion und Vollkommenheit zwei oft verwechselte, diametral verschiedene Phänomene sind). Demut ist so etwas köstliches, göttliches, lichtes und schönes. Sie öffnet der Liebe, der Gnade, der Erkenntnis die Tore. Verdrängte Minderwertigkeitskomplexe sind genau das Gegenteil. Wobei wiederum gefühlte Scham, Reue, Minderwertigkeit, Selbsthass etc. sehr befreiend und heilsam sind. Jahrzehntelang habe ich mir große Mühe gegeben diese Gefühle zu vermeiden und zu verdrängen. Wenn jemand etwas zu mir sagte, das meine Minderwertigkeitsgefühle auslöste, vermied ich zu fühlen, was wirklich in mir abging (nämlich dass ich Angst hatte, er könnte Recht haben und dass wirklich etwas in mir ganz schlecht sei) vor allem indem ich wütend auf denjenigen wurde (aus alter Gewohnheit taucht das auch jetzt noch manchmal auf). Eines Tages stellte ich fest das mich eigentlich niemand beleidigen (verletzen oder verlassen) kann. Nur ich kann mir das antun. (Das gilt sogar für physischen Schmerz. Als ich einmal für mich ungewöhnlich tief und lange in Meditation war, bekam ich einen sehr schmerzhaften Wadenkrampf. Ich unternahm diesmal nichts, ließ ihn einfach als Erfahrung zu, ja, hieß ihn willkommen. In dem Moment erfuhr ich, dass der Schmerz einfach nur ein Signal des Körpers ist. Mein Bewusstsein kann davon völlig unberührt, friedlich und glücklich sein.) Wünsche und Gefühle die wir nicht haben wollen, HABEN UNS im Griff. Darum ist es sehr befreiend und heilsam gerade die Gefühle wahrzunehmen, die wir normalerweise verdrängen. Ein aufgeblähtes Ego das wir ständig verteidigen, erlaubt uns das nicht. Die Demut erlaubt uns zu alles zu sehen. Ich finde es faszinierend, dass es fast eine Regel zu sein scheint, dass das Gute oft genau neben dem Bösen liegt. So auch die Aussage "Ich bin Gott!" Wenn diese Aussage aus dem falschen Ego entspringt, ist sie so ungefähr das verrückteste (angeblich sind die Psychatrien voll mit solchen "Göttern") was man sagen kann. Wenn sie aus dem Verständnis, dass ich nicht dieser Körper, nicht diese Gedankenformen etc. bin, entspringt, sondern aus der Verwirklichung "der Vater und ich sind Eins", dann ist das ein wundervoller spiritueller Durchbruch. Diesen erlangt man nicht, indem man sich das vorzeitig einredet. Ganz im Gegenteil. Dies wird aber leider sehr viel in esoterischen Kreisen versucht. "Neid auf Gott, Ihn/Sie imitieren wollen, (das "Essen der Früchte vom Baum der Erkenntnis" um selber so viel zu wissen wie Gott) ist die eigentliche Ursache unseres Falls in diese materielle Welt", heißt es. Meine alltägliche Erfahrung ist "ich bin nicht Gott". Ich glaube, ich werde auch nie Gott sein. Nur durch seine Gnade kann ich Eins mit Ihm/Ihr werden, aber auch dann gilt "der Vater im Himmel ist größer als ich. Ich diene Ihm/Ihr aus Liebe." Oder sind diese Gleichnisse von "Adam und Eva und dem Vater im Himmel" überholt? Religiös aber nicht spirituell? Ist nicht alles Eins und die Vielfalt nur eine Illusion? Geht es nicht darum alles persönliche abzulegen, seine Identität als nicht existent zu erkennen und mit dem eigenschaftslosen Brahman zu verschmelzen oder sich gar in der Leere aufzulösen? Sind denn also die Namen und Formen Gottes alle eine Illusion? (Auf Gott sehr neidische Menschen möchten dies gerne glauben.) Oh je (kommt bestimmt von "Oh Jesus") ich fühle mich im Moment diesen Fragen nicht gewachsen. Ich möchte nur soviel dazu sagen, dass es solche spirituellen Verwirklichungen gibt (Krischna gewährt sie z.B. den Dämonen, die er "tötet". Was ich schon sehr vielsagend finde), dass sie aber nicht die letztendliche Verwirklichung sind. Es ist absurd, dass die Leere, oder das eigenschaftslose Brahman diese Welt hervorgebracht haben soll. (Wie, wenn es doch eigenschaftslos ist? Und wozu?). Also sagen die Vertreter dieser Philosophie, "diese Welt existiert gar nicht". Aber wer hat dann die Illusion, dass sie existieren würde? Das Brahman etwa? Absurd. Nein, alles, das Persönliche, die Namen und Formen Gottes, und das Unpersönliche, das Brahman, sind in der letztendlichen Ursachen, Gott, enthalten. Das Unpersönliche steht nicht über dem Persönlichen. Dazu ein Beispiel. Dieser Tisch, an dem ich dies schreibe, kann nicht plötzlich persönlich zu mir werden. Aber ich kann sowohl sehr persönlich als auch unpersönlich zu jemandem sein. Das Persönliche beinhaltet das Unpersönliche, nicht umgekehrt. Die Emanation kann nicht mehr beinhalten als ihr Ursprung. Es muss also auch Vielfalt, Persönlichkeit und Liebe in der Ursache aller Ursachen geben. Und noch etwas. Diese Welt, dieses viele Leid, dass ist nicht "Gottes Spiel", wie manche (blasphemisch) sagen (und doch kann es aus einer bestimmten Sicht heraus richtig sein das zu sagen). Gott macht keine solch blöden Spiele und füllt auch nicht in Illusion. Ich reiße dieses Thema hier nur kurz an. Es ist mir im Moment zu hoch und zu umfassend. Positiv Denken Viele Menschen glauben, wenn sie einfach nur etwas fest genug glauben, es dann wahr werden würde (teilweise ist das sogar nicht ganz verkehrt.) Sich auf Gott, die Liebe, das Gute in den Menschen auszurichten und dankbar für all das Schöne im Leben zu sein, ist heilsam und positiv. Sich für den Kontrollierenden, Allmächtigen zu halten, sich einzureden "ich bin Gott" und "Reklamationen an das Universum" abzugeben (mit seinem Schicksal zu hadern und nicht Verantwortung für sein Karma zu übernehmen), ist ein gefährlicher Irrweg. Die heiligen Schriften sind voll mit Aussagen, dass wir nicht die Handelnden und Kontrollierenden sind. In der Bhagavad Gita sagt Sri Krischna: "Verwirrt von den Erscheinungsweisen der materiellen Natur, hält das Lebewesen sich für den Ausführenden von Tätigkeiten, die in Wirklichkeit von der materiellen Natur verrichtet werden". Und an anderen Stellen steht, dass wir niemals die Handelnden sind, sondern nur wünschen können (und auch die meisten Wünsche sind von der materiellen Natur (den gunas) und unserem Karma beeinflusst). Wenn man mal sehr krank, gelähmt ist, oder ein Bein eingeschlafen ist, kann man das deutlich erfahren; man wünscht sich dann zwar noch genauso wie vorher das der Körper sich bewegt, aber er gehorcht nicht mehr. Ich, die Seele sitze im Körper wie in einem Auto. Ich kann zwar auf das Pedal drücken (wünschen) aber der Motor hat die Kraft, die Räder so schnell zu drehen. Ich mache das eigentlich gar nicht. (Das ist wieder so ein Beispiel für einen subtilen aber riesigen Unterschied.) In der Bhagavad Gita wird zwischen drei Arten von Lebewesen unterschieden: Gottgeweihte, Unschuldige, Dämonen Normalerweise haben Menschen eine bestimmte Mischung von allen diesen Arten in sich, tendieren aber deutlich zu der Einen oder Anderen. Die Gottgeweihten, Frommen, oder göttlichen Naturen, sind diejenigen, die bewusst versuchen "Teil der Lösung" zu sein (auch wenn es manchmal äußerlich Nachteile für sie bringen mag). Dann gibt es die große Mehrzahl der Menschheit, welche oft noch viel Unheil anrichten, aber aus Unwissenheit. Und dann soll es noch diejenigen geben, die (oft sehr viel wissen, auch was eine gewisse Art von Spiritualität betrifft, die aber) Gott hassen und bewusst gegen das Gute angehen. Sie sind sehr selten, tauchen aber oft in spirituellen Bewegungen auf (auch in der Kirche, oder in der Politik) und leiten diese auch gerne. Ich m/ouml;chte nicht weiter darauf eingehen. Nur soviel, zur Warnung, dass sie sehr oft ein ganz ähnliches Vokabular wie die Gottgeweihten verwenden, aber mit subtilen, deutlichen Unterschieden und einer ganz anderen Ausrichtung. Letztendlich werden aber alle Wesen irgendwann Befreiung erlangen. Die Ausrichtung, nicht der Glaube ist entscheidend. Viele Menschen (versuchen zu) glauben, dass, weil sie einen bestimmten Glauben (blind) angenommen haben, (weil ihnen dafür eine hohe Belohnung versprochen wurde: das Paradies; die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Kirche, Befreiung von allen Sünden etc.) sie die Guten seien und die Anderen die für immer Verdammten. Das hat zu Glaubenskriegen und der Verachtung Andersgläubiger geführt. Diese Einstellung ist Teil des Problems und nicht der Lösung. Gott ist auch nicht so dumm (ganz im Gegenteil) auf so einen billigen Trick, so ein Schachern ("ich glaube an die Heilige Kirche, Jesus und Dich etc. und dafür gib mir das und das...") herein zu fallen. (Ich glaube, dass Jesus das was er getan hat, für Alle getan hat. Auch für die, die nie von ihm gehört haben.) Es gibt viele Mensche die sich Atheisten nennen (oft weil sie durch ihre Ehrlichkeit von heuchlerischen religiösen Institutionen abgeschreckt wurden) die ich für gottverbundener halte, als viele religiöse, selbstgerechte Fanatiker. Diese Atheisten sehe ich in Gedanken nach ihrem Tode begeistert in den Chor der Engel mit einstimmen, die sich darüber freuen, wie jene ihre Aufgaben auf Erden so gut gemeistert haben, wohin gegen die religiösen Fanatiker im Dunkeln tappen und noch viel schwere Lernaufgaben vor sich haben, bis sie auch dahin kommen. (Aber wissen tue ich es nicht). Ich glaube, dass Gott nicht daran interessiert ist, wie streng wir bestimmten Regeln folgen und welcher Religion wir angehören. Er ist interessiert an unseren inneren Prozessen, unserem Ringen, unserer Ernsthaftigkeit und Verantwortlichkeit, mit der wir zu einer Entscheidung kommen, nicht so sehr an der Entscheidung selbst. So gibt es eine riesige Bandbreite von heiligen Menschen. Da gibt es eine Jeanne d'Arc die ein Heer in den Kampf führt und einen Franziskus der mit den Tieren spricht. Ist das nicht schön? Paulus und die christlichen Kirchen richten alles darauf aus, dass man nur allein durch den Glauben an Jesus und seine Auferstehung geheiligt und gerettet sei (und alle die das nicht tun, würden der ewigen Verdammnis anheim fallen. Ein unmenschliches und erst recht ungöttliches Konzept). Jesus und die anderen Jünger, die tatsächlich mit ihm gelebt hatten, haben meines Wissens nie dergleichen behauptet. Ich jedenfalls bin davon überzeugt, dass das grundfalsch ist; dass es eine Abweichung von Jesu Lehrer mit sehr schlimmen Folgen ist. Was jemand glaubt und wie er sich ausdrückt, welcher Religion er angehört oder nicht, ist unwesentlich. Worauf ein Mensch sich ausrichtet, wie oft er an Gott und das Wohl der anderen denkt und vor allem auf die Herzensqualität, die Fähigkeit bedingungslos zu Lieben, kommt es an. Dies ist der mysteriöseste, anziehendste Aspekt von allen. Ich meine dies manchmal bei anderen erahnen zu können, aber wirklich in das Herz eines Menschen schauen kann vielleicht nur Gott (ich jedenfalls nicht). Für mich ist es daher das Beste, keine Urteile über andere Menschen und mich zu fällen. Dennoch tue ich dies die ganz Zeit. Das kann (und muss) ich nicht ändern. Die Lösung ist, es wahrzunehmen (und zu belächeln) und jeden so gut und achtungsvoll wie möglich zu behandeln. nach oben Eine der für mich komischsten Situationen habe ich mit meinem Geiger, Volker erlebt: Wir spielten bei irgendeiner "gottverlassenen" Veranstaltung vor vorbeiziehenden Menschen die verwirrt waren vom Überangebot von Buden und Programmpunkten. Lutz und Anke waren auch dabei und wir spielten fürchterlich schlecht. Trotzdem klatschten die Menschen höflich. Das fand ich nett aber mir kam das plötzlich so komisch, künstlich und deplaziert vor, dass die Menschen diese kindlich, naive Geste an den Tag legten (ich habe das manchmal, dass ich die Welt sehe wie ein kulturfremder, oder ein Mensch aus einer anderen Epoche). Ich kam mir selber so bescheuert in diesem Spiel vor, wo man auf der Bühne ist und etwas besonderes sein soll (wofür man bezahlt wird), wo man Hoffnungen hat, toll gefunden zu werden und die Zuschauer einen hochstilisieren (wollen, um sich darin hineinzuprojizieren ...). Dann legten wir schließlich noch einen so kläglich, falschen Schluss auf's Parkett... Anke versuchte die Fassung zu bewahren und sich professionell nichts anmerken zu lassen. Ich schaute Volker schmunzelnd an, der auch kurz vor dem Lachen stand. Anke warf uns strenge Blicke zu. Da fing ich an zu kichern, Volker auch, Anke schaute wütend, ich begann zu lachen als ich das staunende Publikum betrachtete. Ich habe so gelacht, ich habe die ganze Ernsthaftigkeit von 10 Jahren Mönchsein herausgeprustet. Volker und ich schaukelten uns gegenseitig so hoch, dass ich schließlich mit Gitarre (oder Schalmei, oder was immer das war) am Boden rollte und Tränen lachte. Anke ging wütend ab. Das Publikum lachte größtenteils mit. Es war so köstlich und befreiend, das kann ich gar nicht beschreiben. Ich habe seit dem einen ganz anderen, natürlichen, angstfreieren Bezug zu Bühnen und zum Publikum. Ich danke mir für meine Mühe. nach oben Sein oder Nicht-Sein - eine Gottesfrage Ist die letztendliche Wirklichkeit Gott, eine Person, oder ist sie unpersönlich? Ist sie eine wahrnehmbare Existenz oder einfach leerer Urgrund, Nichts? Darüber disputieren vor allem in Indien weise Menschen und Gottessucher seit Jahrtausenden - teilweise mit enormer Heftigkeit. Mit welchen Argumenten untermauern beide Seiten ihre jeweilige Philosophie? Teil 1 Gegenüberstellung von Bhakti, dem persönlichen spirituellen Weg zu Gott und Advaita, dem unpersönlichen spirituellen Weg der Auflösung des Selbst in das eigenschaftslose Brahman. Auf beiden Wegen sind verschiedene Grade von Erleuchtung, aber auch völlige Befreiung aus dem Kreislauf von Geburten und Toden (samsara) möglich. Auf dem Weg der Bhakti gibt es 9 Vorgänge: Hören (von Heiligen); über Gott sprechen und singen (Mantren chanten, Gott lobpreisen, danken ...); sich an Gott erinnern; dienen; die Bildgestalten im Tempel verehren; beten (möglichst motivlos); und letztendlich sich Gott völlig hingeben. Auf dem Weg des Advaita gibt es unzählige Vorgänge. Oft werden auch einige Vorgänge von Bhakti übernommen - aber mit einem anderen Verständnis und einem anderen Ergebnis. Um auf diesem Weg zur Befreiung aus dem samsara zu gelangen gehört immer eine radikale Verneinung der Welt und alles sinnlichen dazu. Ramana Maharshi beispielsweise meditierte sehr lange ununterbrochen über die Frage "wer bin ich?" und ließ sich auch von seinem abfaulenden Bein nicht abbringen. Die Bhakti-Philosophie besagt, dass es einen persönlichen, liebevollen Gott gibt, der drei Arten von Lebewesen geschaffen hat: Gott hat sich in viele männliche und weibliche Formern erweitert. Gott hat besonders ermächtige Lebewesen geschaffen wie Engel und Halbgötter. Gott hat winzige Seelen geschaffen die sich von Ihm abwenden oder zuwenden können. Das sind wir. Wir sind Teile, oder Kinder Gottes, qualitativ Eins mit Gott, aber niemals Gott selber. Daher ist bei Bhakti die Grundvoraussetzung eine dienende Haltung gegenüber dem Ganzen. "Mir geht es am besten, wenn ich meine wesensgemäßen Position (mein Dharma) erfülle". Vergleichbar mit der Einstellung eine gesunden Zelle im Körper. Die Advaita-Philosophie besagt, dass alle Namen und Formen (auch die Gottes) alles persönliche und individuelle, alles Gute und Böse, eine Illusion sind. Wir sind alle Eins, "ich bin Gott". Aus der Sicht der Bhaktas ist das eine lieblose Haltung gegenüber Gott. Sie berufen sich auf die Schriften in denen steht, dass das Brahmajyoti, in welches die Unpersönlichkeitsanhänger eingehen, lediglich die körperliche Ausstrahlung Gottes ist und das einem der wirkliche Nektar, die liebevolle Beziehung zu Gott entgeht, wenn man damit verschmilzt. Auch gibt die Existenz dieser Welt keinen Sinn, wenn es keinen Gott gibt. Warum sollte das unpersönliche, undifferenzierte Brahman eine Welt mit Vielfalt, Persönlichkeiten und Eigenschaften hervorbringen und sei es auch nur eine Illusion von dieser? Wenn es eigentlich keine Person, keine Individualität gibt, sondern nur dass Eine, wie sie sagen, wieso hat dieses Eine dann die Illusion von Vielfalt und von Freud und Leid? "Darauf gibt es keine Antwort. Die Frage kann nur jemand stellen der glaubt, dass es irgendwie eine Sinn geben müsste. Den gibt es aber nicht. Alles ist sinnlos, leer." Die Antwort der Bhaktas ist, Gott hat individuelle Seelen geschaffen, die sich von Ihm abwenden können, für die dann diese materielle Welt da ist, und die Sich Gott wieder zuwenden können, wofür sie in die spirituelle Welt zurück kehren können. Aus der Sicht des Advaita ist Bhakti eine naive Vorstufe zur spirituellen Erkenntnis des Brahman. Radha und Krischna sind die Verkörperung von Bhakti, ekstatischer göttlicher Liebe. Sie sind Ihren Geweihten unendlich zugetan, die den höchsten liebevollen Austausch mit Ihnen genießen. Krischna gewährt nicht gerne die unpersönliche Befreiung, da Er sich nach jedem von uns sehnt. Nur den Dämonen die Er tötet, gewährt Er die unpersönliche Befreiung. Shiva und Parvarti sind völlig neutrale Formen Gottes. Sie gewähren Dämonen und Yogis, die Entsagung ausüben, die selben mystischen Kräfte. Sie können auch denen, die qualifiziert sind Bhakti zu Krischna gewähren, oder unpersönliche Befreiung. Grundsätzlich gilt: wie wir auf die Transzendenz zugehen, offenbart sie sich uns. Der Weg und das Ziel von Bhakti ist Bhakti, bedingungslose Liebe. Es gibt in diesem Kosmos himmlische astrale Welten, die interessieren die Bhaktas nicht. Sie kommen in ihrem individuellen, spirituellen Körper in das Reich Gottes, wo sie eine glückselige, individuelle Beziehung zu Ihm/Ihr haben. Der Weg und das Ziel des Advaita ist das Ablegen alles persönlichen, bis nichts mehr da ist und das individuelle Sein eins mit allem Sein geworden ist. Ein Zustand jenseits von Sein und Nicht-Sein. Beiden Pfaden gemeinsam ist, der Begriff "falsches Ego". Bei Bhakti bedeutet dass, sich mit materiellen Körper zu identifizieren und/oder sich für Gott zu halten (oder, Alle sollen mir dienen). "Das wahre Selbst ist die spirituelle Seele, die ihre Erfüllung im liebevollen Austausch mit Gott und Allem findet. Das ist der Sinn des Lebens." Bei Advaita geht es auch darum, sich nicht mit dem materiellen Köper zu identifizieren. "Es gibt kein Selbst, keine individuelle Seele; nur Stille, Leere" nach oben Teil 2 Integration von Advaita und Bhakti Advaita ohne Bhakti ist nur die Negation einer diesseitigen Wirklichkeit, was noch nicht auf Absolutheit hinweist. Die Verehrung Gottes ohne Advaita ist nur die Verehrung materieller Vorstellungen. Es gibt zwei Arten von Einheit.... die eine, die einfach nur die Verschmelzung sucht (advaita) und die andere, die die Einheit in der Ausrichtung, im Willen, ist... Das ist die Liebe.... Dein Wille geschehe.... (bhakti) Advaita - Zwei Arten von Einheit: Die unpersönliche: - vastu ekatva (Einheit in der Substanz, Einheit im Sein) Völlige und endgültige und irreversible Aufhebung der Individualität, Verschmelzung mit dem Brahman. Das ist die Erfahrung von Friede. Die persönliche: - dharma ekatva (Einheit in der Bestimmung, Einheit in der Ausrichtung) Wenn zwei ewige Wesen (Gott und die Seele) ewiglich konfliktlos in einem Austausch stehen. Es besteht aufgrund der Einheit keinerlei Spannung. Das ist die Erfahrung von Liebe. Einheit mit Vielfalt Die vedische Schrift, das Bhagavatam (10.33.36) selber erklärt, dass lila (göttliches Spiel) einen Geschmack des Unvergänglichen vermitteln möchte, auch an Seelen, die im Vergänglichen gefangen sind. Lila vermittelt den Geschmack des Ewigen (rasa-amrita), sodass man nie wieder zufrieden sein wird mit Zuständen im Stadium der Bindung oder Befreiung und das Sehnen zieht einem ins Ewige. Wenn man glaubt, man müsse eine Wahl treffen zwischen Monismus (advaita) und Theismus (dvaita), dann befindet man sich bereits in der Dualität, welche nicht alles zu umfassen vermag. Die spirituelle Wirklichkeit kann beide Aspekte miteinander auf eine Weise verbinden, dass es als Hinweis auf eine ganz andere Wirklichkeit verstanden werden kann. Innerhalb der weltlichen Vielfalt dieser Welt gibt es nicht Koexistenz zwischen sich widersprechenden Gegensätzlichkeiten. Sie lösen sich auf. Advaita bedeutet nicht exakt Monismus, aber "nicht-dual". In dieser Welt erleben wir Einheit und Dualität. Advaita bedeutet: weder noch. Eine höhere Wirklichkeit auf welcher die Gegensätze in einer umfassenden Einheit zusammenfallen (coincidentia oppositorum). Koexistenz, die sich nicht gegenseitig auflöst, sondern bereichert. Das ist die harmonisierende Qualität der absoluten Realität. Dann braucht man nicht irgendwelche Aussagen der Vedas zu betonen und andere zu bekämpfen, sondern erkennt, dass in der Gegensätzlichkeit der verschiedenen Aussagen in der heiligen Schriften nur auf eine höhere Harmonie hingewiesen wird. Diese Ganzheit ist für den Verstand nicht zu fassen. Wenn man das Heilige mit den eigenen Vorstellungen überlagert, resultiert nicht die Wahrheit daraus, sondern die eigene Vorstellung der Wahrheit. Die eigene relative Erfahrung des Absoluten darf nicht verabsolutiert werden, denn das wäre die Stagnation der inneren Entwicklung. Was eigentlich mit Advaita-Erfahrung gemeint ist, ist Vielheit ohne Konflikt, Einheit in der Zweiheit. Die Absolute Wahrheit ist advaya, nicht dual, nicht zweihaft. Das bedeutet, dass es in ihr keine Dualität gibt, dass sie eins ist. Unio und comunio - Einheit und Beziehung. Eine Einheit, die auch die Vielheit in sich integrieren kann, in der die Gegensätzlichkeiten sich ergänzen.) (Die Höchste Absolute Wahrheit hat transzendentale Form, Eigenschaften und Charakter. Da sie nichts zu tun braucht - da alles nur von seiner iccha Sakti, seiner Wunsch-Kraft geschieht - spielt sie. Dieses dramatische Liebesspiel des letztendlichen Bewusstseins nennt man lila. Die heiligen Schriften beschreiben dies, um uns die Faszination der Wirklichkeit zu vermitteln. Krishna, die Absolute Wahrheit, spielt in Vrindavan wie ein Kind. Seine Freunde beklagen sich bei Yasoda, da Krishna Erde gegessen habe. Sie kommt und bezichtigt ihn. Er, der die Ursache von allem ist, der selbst von der Angst in personifizierter Form gefürchtet wird, ist nun wirklich ängstlich vor seiner Mutter. Mutter Yasoda will Sri Krishna von der Erde befreien und bittet ihn, seinen Mund zu öffnen - und erblickt in ihm Millionen von Universen, die gesamte Schöpfung. Das ist aus der Sicht von Bhakti die wahre Bedeutung von Advaita, "nicht dual". Diese Höchste Wahrheit ist eine Person und in ihr existiert keine Dualität. Es gibt in ihr keinen Unterschied zwischen innen und außen. Von ihr gehen alle Universen aus und zur gleichen Zeit sind sie auch in ihr.(Bhagavad gita 9.4) Keine Dualität. Innen und außen sind gleich. Ein Wesen ohne Dualität.) nach oben |
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